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Allgemeine Informationen

Die Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin ist für alle Untersuchungen und Behandlungen mit offenen radioaktiven Stoffen am Universitätsklinikum Würzburg zuständig. Hierfür steht ein Mitarbeiterteam, bestehend aus:

  • Ärzten
  • Physikern
  • Chemikern
  • Biologen
  • Medizinisch-technischen Assistenten/innen und Arzthelferinnen
  • Pflegekräften
  • Verwaltungsangestellten und Technikern
  • Informatikern
  • Medizinischem Dokumentar

zur Verfügung.

In der nuklearmedizinischen Diagnostik werden geringe Mengen eines radioaktiven Arzneimittels verabreicht. Diese Arzneimittel reichern sich in dem Organ oder Gewebe an, das untersucht werden soll, und senden Strahlen aus, die von einem Meßgerät (meist einer Gammakamera) von der Körperoberfläche aus aufgenommen werden. Dabei entstehen zweidimensionale Bilder (Szintigramme). Unter Verwendung eines Computers können aus den Meßwerten auch Querschnittbilder erzeugt werden (sog. SPECT- und auch PET- Szintigramme). Mit Hilfe dieser Szintigramme, die Aussagen zu Funktionsstörungen liefern, lassen sich krankhafte Veränderungen häufig besser erkennen als mit anderen bildgebenden Verfahren. Die mit der Untersuchung verbundene Strahlenbelastung ist meist gering, weil das radioaktive Arzneimittel in der Regel nach kurzer Zeit zerfällt bzw. rasch ausgeschieden wird.

Für die Diagnostik stehen der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin folgende Geräte zur Verfügung:

  • Gammakameras
  • Positronenemissionstomographen
  • Ganzkörperzähler
  • Sondenmeßplätze
  • hochauflösende Ultraschallgeräte (mit der Möglichkeit der 3D-Sonographie)
  • Knochendichtemeßgeräte
  • Röntgenfluoreszenzmeßgerät zur Bestimmung des Jodgehalts der Schilddrüse

Jährlich werden rund 8.500 nuklearmedizinische Untersuchungen durchgeführt, die sich auf folgende Organbereiche aufteilen:

  • Schilddrüse, ca. 1.750
  • Skelett, ca. 1.600
  • Herz, ca. 300
  • Niere, ca. 500
  • Gehirn, Tumorerkrankung, Entzündungen und sonstige, ca. 1.500
  • Knochendichte, ca. 2.800

Für Schilddrüsenpatienten und Osteoporosepatienten werden Spezialambulanzen angeboten.
Im Schilddrüsenspeziallabor der Klink und Poliklinik für Nuklearmedizin werden jährlich rund 50.000 Laboruntersuchungen, vorwiegend in Form von Radioimmunoassays, durchgeführt. In einem Speziallabor für Iodbestimmungen im Blut und Urin, das bundesweit als Referenzlabor gilt, werden zusätzlich jährlich rund 500 Jodmessungen vorgenommen.

Für die Behandlung mit offenen radioaktiven Stoffen stehen der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin 14 Spezialbetten zur Verfügung. Hier werden jährlich etwa 1.300 Patienten behandelt (etwa 1000 Patienten mit gutartigen und 200 Patienten mit bösartigen Schilddrüsenerkrankungen). Die restlichen 100 Behandlungen teilen sich auf verschiedene Krankheiten auf (z.B. Schmerztherapie bei Knochenmetastasen bösartiger Tumoren, Therapie entzündlicher Gelenkerkrankungen).

Die Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin verfügt über eine hochmoderne Abwasserdekontaminationsanlage, mit der radioaktive Abwässer aus dem Bereich der Station und der Untersuchungsräume gereinigt werden können. Die Abwasserdekontaminationanlage versorgt gleichzeitig auch die Strahlenunfallstation, die für die Behandlung von Strahlenunfallpatienten vorgehalten wird.